Wie Menschen mit Behinderung Arbeit finden

Großer Applaus für die „LippeHelden“ beim Festakt am Freitag, den 11. November, im Detmolder Kreishaus.

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Übergabe der Urkunden und Präsente durch Maren Wierutsch (Integrationsfachdienst)

Herr Kersting, LippeHeld Artur Epp und Herr Reuter von der Firma Kingspan

LippeHeld Alexander Hiltmann mit Herrn Notzon und Frau Bornemann von der Firma Kontex

Dennis Maelzer (MdL) und Dr. Axel Lehmann (Landrat)

Moritz Lippa (Geschäftsführer Netzwerk Lippe)

Kay Uwe Jung (li.) im Gespräch mit den LippeHelden

Auszeichnung der LippeHelden

Menschen mit Behinderung und ihre individuellen Erfolgsgeschichten standen im Mittelpunkt der Veranstaltung „LippeHelden - gemeinsam mutig sein“. Sie haben den Sprung in den ersten Arbeitsmarkt geschafft.

„LippeHelden“ zeichnet vor allem ihr Mut aus, sich auf neue Wege zu begeben. Raus aus der Werkstatt für Menschen mit Behinderung, rein in die Arbeitswelt. Wie in den Helden-Sagen gilt es, Hürden zu überwinden und zielstrebig zu bleiben. 45 LippeHelden, davon 11 Frauen, haben diesen Mut seit 2008 aufgebracht und befinden sich in teils sehr langen Beschäftigungsverhältnissen. Vor mehr als 100 Gästen im Kreishaus stellten sich drei LippeHelden den Interviewfragen der Inklusionsassistenten und Jobcoaches. Schnell gewannen sie die Sympathien für sich, als sie von ihren täglichen Abenteuern, Lernanforderungen und Erfahrungen erzählten.

Übergang in ein selbständiges Leben

„Am Anfang brauchte ich noch oft meine Betreuerin, aber jetzt regele ich alles selbst, auch meine Geldangelegenheiten“, berichtete Christoph Mischke stolz von seiner Erfolgsgeschichte. Seit 10 Jahren ist er als Friedhofsgärtner beim Bauhof in Lemgo beschäftigt. Ihren Weg gefunden haben auch Dominik Hunke (Rewe, Schieder-Schwalenberg) und Jens Böttiger (Kramp & Kramp). Nicht immer läuft alles sofort glatt und auch formale Hürden tauchen auf. Wie beispielsweise bei Jens Böttiger, dem das Straßenverkehrsamt unerwartet Probleme beim Ablegen des Anhängerführerscheins bereitete.

Unternehmen und Institutionen leisten gemeinsam Starthilfe

Eine Heldenreise wäre ohne Wegbegleiter jedoch unvollständig. Viele Akteure tragen einen Anteil am Erfolg. Bei der Festveranstaltung kamen auch Arbeitgebende zu Wort. Menschen mit Behinderung einzustellen, bedeutet für sie ebenso, Mut zu beweisen. Genauso Verantwortung und Bereicherung. Herr Notzon von der Firma Kontex Bausysteme war voll des Lobes über seinen LippeHelden Alexander Hiltmann. Wir würden ihn immer wieder einstellen“, lautete ebenso das klare Fazit von Frau Gritzke von BSS Metallbau-Schiffsausbau über ihren Schützling, Herrn Bluhm. 

Jederzeit konnten sie dabei auf die Unterstützung verschiedener Institutionen bauen. Dazu gehören die Veranstalter Netzwerk Lippe gGmbH mit dem zugehörigen Integrationsfachdienst, die Werkstätten der Lebenshilfe Lemgo e. V., der Lebenshilfe Detmold e. V. und das eeWerk der Stiftung Eben-Ezer. Sie beraten und begleiten die LippeHelden sowie die Arbeitgebenden. Besondere Unterstützungsbedarfe sichert das LWL-Budget des LWL-Inklusionsamtes Arbeit ab. Auch nach der Einstellung können Menschen mit Behinderung und Arbeitgebende Unterstützung vom Integrationsfachdienst bekommen. So meldete Herr Richard vom Hotel Zur Burg Sternberg direkt Bedarf an Fortbildungsunterstützung für seinen LippeHelden an.

Landrat verteilt Lob und verspricht Unterstützung

„Menschen mit Behinderung sind angesichts des demographischen Wandels und des Mangels an Arbeitskräften längst ein Wirtschaftsfaktor“, betonte Landrat Dr. Axel Lehmann in seiner Ansprache. Die Angelegenheit beim Straßenverkehrsamt erklärte er kurzerhand zur Chefsache und versprach Aufklärung. Zusammen mit Netzwerk Lippe-Geschäftsführer Moritz Lippa und weiteren Festrednern beglückwünschte Dr. Lehmann die LippeHelden zu ihrem Mut und Erfolg. Bei der Übergabe der Urkunden und Präsente durch Maren Wierutsch (Integrationsfachdienst) brandete tosender Applaus auf. Rund 25 ehemalige Werkstattbeschäftige und ihre Arbeitgebenden saßen mit im Publikum und freuten sich mit ihnen. Die einzigartige Festveranstaltung für LippeHelden soll nicht die letzte bleiben, darüber waren sich alle einig.