Vielfalt im Betrieb
Montag 21. November 2011Vielfalt im Betrieb - ein Mehrwert im Geschäftsergebnis?!
Diese Fragestellung diskutierten am Montag 21.11.2011 Frau Patrica Schütte (Universität Bochum), Frau Vera Grämmel (Handwerksammer OWL), Herr Jona Siebold (Universität Bochum) und Dr. Wolfgang Sieber (Netzwerk Lippe gGmbH) auf Einladung der Netzwerk Lippe gGmbH in Detmold. Anlass war die Präsentation der Ergebnisse einer Umfrage zum Thema "Was macht Unternehmen für Personen mit Migrationsgeschichte attraktiv?", die die Netzwerk Lippe gGmbH im Rahmen ihres XENOS-Projekts PONTE durchführte.
Wichtig war den meisten der ca. 270 Befragten, dass Sie genauso behandelt werden möchten, wie Kolleginnen und Kollegen ohne Migrationshintergrund. Respekt und Anerkennung spielen hier eine große Rolle. Ebenso lässt sich aus der Befragung einen hohe Motivation zum Erlernen und Beherrschen der deutschen Sprache ableiten. Entwicklungspotentiale sind noch beim Ausschöpfen der Potentiale von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern mit Zuwanderungsgeschichte am Arbeitsplatz zu erkennen, nur rund die Hälfte der Befragten gab an, dass ihre überwiegenden Tätigkeiten ihrer Ausbildung angemessen sind.
Darüber hinaus wurden z.B. konkret Vorschläge für die Gestaltung von Stellenangeboten gemacht, damit diese ansprechend für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Migrationshintergrund sind. Ein Verzicht auf Anglizismen ist hier zu nennen. So lässt sich die Präsentation von Sandra Fuzul und Dr. Sieber kurz zusammen fassen.
Im zweiten Vortrag des Abends präsentierten Frau Schütte und Herr Siebold vom XENOS-Projekt "Ökonomie mit Vielfalt" der Ruhruniversität Bochum ihre Arbeit. Im Zentrum steht hier die Beratung von kleinen und mittleren Unternehmen zum Thema Diversity Management. Das Projekt legt seinen Schwerpunkt im Herausstellen des wirtschaftlichen Nutzens, z.B. die Erschließung neuer Kunden und Märkte durch eine gezielte Nutzung der Vielfalt im jeweiligen Unternehmen. Der Beratungsprozess lässt sich in mehrere Phasen unterteilen. In der ersten Phase wird die Situation im Unternehmen beleuchtet, bildet z.B. die Kundenstruktur die Bevölkerungsstruktur ab. Daran schließt sich eine Marktrecherche an, umso zu konkreten Handlungsansätzen zu kommen. Ein wichtiger Aspekt ist die Ergebnisoffenheit im Beratungsprozess. Die Unternehmen jederzeit aussteigen, Veränderungsprozesse sollen nicht erzwungen werden.
In der anschließenden Diskussion wurden die vielfältigen Aspekte des Themas angesprochen, von der Gewinnung neuer Mitarbeiter und Auszubildenden über die Erreichung neuer Kunden bis zur Erschließung internationaler Märkte. Die demographische Entwicklung wie der in einigen Bereichen schon jetzt spürbare Fachkräftemangel sind für viele Betreibe der Anlass sich mit dem Thema zu beschäftigen. Allerdings ist diese Notwendigkeit noch nicht in allen Unternehmen der Region angekommen, was sich an der Abwesenheit der zahlreich eingeladenen Unternehmer ablesen lässt.
Die Chancen die die gezielte Nutzung der Vielfalt der Belegschaft bietet, spiegelt sich auf jeden Fall im Geschäftsergebins wieder war die einhellige Meinung und Erfahrung auf dem Podium.
Weitere Informationen finden Sie unter www.netzwerk-lippe.de und www.oekonomiemitvielfalt.de.